Bariton

Auch Baryton, ursprünglich Euphonium; hohes Bassinstrument (Baritonlage) der Familie der Bügelhörner; weiter mensuriert als Tenorhorn, deshalb vollerer Klang in der Tiefe; drei bis vier Ventile; in C (Bassschlüssel), aber auch transponierend in B (Violinschlüssel), Tonumfang wie Tenorhorn (E-b1), jedoch zusätzlich Pedaltöne; mithilfe des 4. Ventils kann abwärts lückenlos bis E1 geblasen werden. Im Blasorchester meist im Satz mit Tenorhorn (zweistimmig), aber auch als hohe Tuba eingesetzt. In kleinen Bläsergruppen dient das Bariton oft als Bass.

 

Euphonium

Hohes Bassinstrument (Baritonlage) der Familie der Bügelhörner; weiter mensuriert als Tenorhorn, deshalb vollerer Klang in der Tiefe; drei bis vier Ventile; in C (Bassschlüssel), aber auch transponierend in B (Violinschlüssel), Tonumfang wie Tenorhorn (E-b1), jedoch zusätzlich Pedaltöne; mithilfe des 4. Ventils kann abwärts lückenlos bis E1 geblasen werden. Im Blasorchester meist im Satz mit Tenorhorn (zweistimmig), aber auch als hohe Tuba eingesetzt. In kleinen Bläsergruppen dient das Bariton oft als Bass.

 

Flügelhorn

Abkürzung flh: Sopraninstrument der Bügelhörner in Trompetenform ; Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Signalhorn durch Anbringen von drei Ventilen konstruiert ; Rohrverlauf (ca. 130 cm Länge) weiter mensuriert als beim Kornett, daher etwas wärmer, weicher und schmiegsamer klingend; ursprünglich becherförmiges Mundstück, heute auch oft trompetenähnlich; transponierend in B, Tonumfang: fis-c3, klingend e-b2. Dem Wunsch vieler Jazzmusiker nach einem tieferen, voluminösen Ton entsprechend, werden jetzt auch vierventilige, eine Quarte tiefer stehende Flügelhörner gebaut.

Das Flügelhorn (zwei- auch dreifach besetzt) zählt zu den Melodieinstrumenten im Blasorchester und in der Brassband und führt das »weiche Blech« an. Von der Funktion in der Blasmusik her wird es oft mit den 1. Violinen im Sinfonieorchester verglichen. Mitunter fand es Eingang in den modernen Jazz. Einer der ersten Jazz-Flügelhornisten war Joe Bishop (1907-1976), der Ende der Dreißigerjahre im Orchester Woody Herman (1913-1987) mitwirkte. Zu nennen sind weiterhin Miles Davis (1926-1991), Art Farmer (* 1928), Shorty Rogers (1924-1994), Jimmy Owens (* 1943), Thad Jones (1923-1986), Ack van Rooyen (* 1930) und Hans-Joachim Graswurm (1934-1986). Auch im Jazzrock, z.B. bei Blood, Sweat&Tears, trat das Flügelhorn gelegentlich an die Stelle der Trompete.

 

Horn

Abkürzung fhr [englisch French Horn, italienisch Corno, auch Waldhorn], 1) Blechblasinstrument mit kreisförmig gewundenem Rohr (ca. 370 cm Länge), überwiegend zylindrisch, eingangs und ausgangs konisch, weit ausladendes Schallstück; Trichtermundstück; erhielt 1815 als erstes Instrument drei Ventile; auch Umschalt- (Doppelhorn) und Stopfventil; Stimmung in F, auch in B; transponierend im Violinschlüssel, auch Bassschlüssel, Tonumfang: Fis-c3 (in F klingend H1-f2, in B klingend E-b2); Es-Stimmung noch in Blasmusik gebräuchlich. Mit der rechten Hand, die sich im Schalltrichter befindet, »stopft« der Hornist, reguliert er die Klangfarbe.

Neben solistischer Funktion (typisch für Jagdmusik) übernehmen die Hörner (meist Vierersatz: 1. und 3. Horn hohe, 2. und 4. Horn tiefe Stimme) im Blasorchester die Begleitung (Nachschlag). Im Jazz konnte es sich bisher kaum durchsetzen, obwohl es vereinzelt in Swing-Bigbands vertreten war und einige Musiker solistisch auf dem Horn hervortraten, z.B. John Graas (1924-1962), Julius Watkins (1921-1977) und Dave Amram (* 1930). Auch im Rock blieben Horn-Soli, wie z.B. in »For No One« (John Lennon/Paul McCartney, 1966), eine Seltenheit.

2) Jazzjargon für Blasinstrumente bzw. für von Blasinstrumenten abgeleitete Techniken (»hornartig«).

3) In der Tontechnik Bezeichnung für ein Lautsprechergehäuse, genauer für die Form seiner Schallführung. Durch das Horn werden die großen Auslenkungen der Membran in kleine Auslenkungen der Luftteilchen in der großen Hornöffnung umgewandelt. Die Hornöffnung entspricht dann praktisch einer das Schallfeld anregenden Membran von gleicher Größe. Bestimmt wurden die Maße eines Horns von dem Durchmesser des einzubauenden Lautsprechersystems (Speaker) und der unteren Grenzfrequenz, die abgestrahlt werden soll. Ein Horn, das tiefe Frequenzen bis zu 30 Hz überträgt, muss sehr groß sein. Um Platz zu sparen, wird deshalb die konische oder exponentielle Form des Tieftonhorns gefaltet.

(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001

 

Klarinette

Abkürzung cl [italienisch, englisch Clarinet], Holzblasinstrument; Schnabel-Mundstück mit einfachem, aufgebundenem oder aufgeschraubtem Rohrblatt, Birne, Ober- und Unterstück mit Griffmechanik, Becher (trichterförmiges Schallstück); komplizierte Klappen- (22) und Ringmechanik (5); gerades, überwiegend zylindrisches Rohr (Grenadill); Länge der Normalklarinette in B um 66 cm; Überblasen in die Duodezime. Gebräuchliche Arten:

 Kleine Klarinette in Es  Tonumfang: g-b3 / notiert e-g3,
 Normal-Klarinette in B  Tonumfang: d-b3 / notiert e-c4,
 Klarinette in A  Tonumfang: cis-a3 / notiert wie B-Klarinette,
 Bassklarinette in B  Tonumfang: B1-f2 (a2) / notiert c-g3 (h3) im Violinschlüssel.

Weiterhin: Hohe Klarinette in As, Altklarinette in Es/F, (Bassetthorn), Kontrabassklarinette in B/Es.

Die Klarinette wurde Ende des 17. Jahrhunderts von dem Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner aus dem Chalumeau, einem schalmeienartigen Volksinstrument, entwickelt. Besonders im Laufe des 19. Jahrhunderts erhielt sie zahlreiche Verbesserungen, vor allem im Griffsystem (z.B. Übernahme der Boehmschen Ringklappen von der Flöte  Grundlage für französische, englische und amerikanische Klarinettenmodelle; schließlich nach 1900 das von deutschen Musikern bevorzugte System Oskar Oehlers). Im Sinfonie- und Opernorchester erweiterte die Klarinette den bis dahin aus Flöte, Oboe und Fagott bestehenden Holzbläsersatz und fand auch bald Einsatz in den großen Tanz- und Unterhaltungskapellen des 19. Jahrhunderts, hauptsächlich jedoch in den Militärblasorchestern, wo sie schon nach kurzer Zeit das dominierende Holzblasinstrument wurde. Diese Tradition hat sich bis in die Gegenwart erhalten: Große Blasorchester verfügen über einen mehrfach besetzten dreistimmigen Satz von B-Klarinetten, dazu meist eine Es-Klarinettenstimme, gelegentlich sogar noch die (kleine) As-Klarinette und die Bassklarinette. Selbst in den volkstümlichen Ländlerkapellen und Bläsergruppen findet sich die (B-)Klarinette neben der Trompete. Der »Klarinettenmuckl« (Toni Daxenberger) repräsentiert jene volkstümliche Musik, in der das Instrument auch solistische Aufgaben übernimmt. Von den Militärorchestern wurde die Klarinette in die Street und Marching Bands des archaischen Jazz übernommen. In den Jazzbands von New Orleans und Chicago behauptete sie sich als korrespondierendes Instrument zur Lead-Stimme des Kornetts. Als »Vater« der Jazz-Klarinette gilt Alphonse Picou (1878-1961). Sein berühmtes Solo in »High Society« (1905) galt als Vorbild und Prüfstein für nachfolgende Generationen. Er blies Anfang der Zwanzigerjahre auch einige Zeit Es-Klarinette in der Tuxedo Brass Band. Neben ihm ist es vor allem Lorenzo Tio (1893-1933) gewesen, der das Instrument im frühen Jazz durch seine künstlerische Handschrift prägte und viele nachfolgende Musiker beeinflusste. Aus der Vielzahl der nachfolgenden Klarinettisten seien insbesondere George Lewis (1900-1968), das Mitglied der »klassischen« Armstrong-Besetzungen Johnny Dodds (1892-1949), Jimmy Noone (1895-1944) und der später als Sopransaxophonist hervorgetretene Sidney Bechet (1897-1959) mit seinem unverwechselbaren Vibrato erwähnt. Herausragende weiße Musiker waren u.a. der Dixieland-Klarinettist Leon Rappolo (1902-1943) und Frank Teschemacher (1906-1932) aus dem Chicago-Kreis heraus.

Nutzte man im frühen Jazz das Saxophon lediglich als »Klarinettenersatz«, später dann als zusätzliche Klangfarbe (»Nebeninstrument« der Klarinettisten), so erfolgte im Laufe der Zwanzigerjahre allmählich ein grundsätzlicher Wandel, und mit dem Swing avancierte das Saxophon zum führenden Jazzinstrument. Der Klarinette übertrug man nur noch gelegentlich solistische Passagen oder setzte sie  nunmehr Nebeninstrument der Saxophonisten  als Arrangementeffekt ein, z.B. im Glenn-Miller-Satz oder in Fletcher Hendersons Klarinettensätzen. Trotz dieser Einschränkung verbinden sich gerade mit der Swing-Epoche die Namen einiger hervorragender Klarinettensolisten, angeführt vom »King of Swing« Benny Goodman (1909-1986), der wie kaum ein anderer die Klangqualitäten der unterschiedlichsten Register in allen dynamischen Schattierungen zur Geltung brachte. Neben Goodman sind die Klarinettisten und Bandleader Woody Herman (1913-1987), Artie Shaw (* 1910) und Jimmy Dorsey (1904-1957) zu nennen. Auch Buster Bailey (1902-1967) und Edmond Hall (1901-1967) prägten mit ihrer individuellen Spielweise viele Schallplattenaufnahmen. Im modernen Jazz konnte sich die Klarinette nur vereinzelt behaupten, z.B. durch Buddy DeFranco (* 1923) oder Jimmy Giuffre (* 1921), durch Tony Scott (* 1921) und Rolf Kühn (* 1929). Die Bassklarinette, die zwar schon der Ellington-Baritonsaxophonist Harry Carney (1910-1974) u.a. gespielt hatten, bezog Eric Dolphy (1928-1964) in neuer Manier ein und verhalf diesem Instrument  insbesonders im europäischen Jazz  zu unerwartetem Ansehen; der Holländer Willem Breuker (* 1944), der Deutsche Gunter Hampel (* 1937) u.a. führten diese Traditionslinie weiter. Neue Klangmöglichkeiten auf der Klarinette erschlossen Free-Jazz-Musiker wie John Carter (1929-1991), Anthony Braxton (* 1945), letztlich auch Perry Robinson (* 1938).

Ungebrochen blieb der Popularitätsgrad der Klarinette im Dixieland-Revival (Dixieland). Acker Bilk (* 1929) erreichte u.a. mit seinem in einer kommerziellen Swing-Dixieland-Variante eingespielten »Stranger on the Shore« (1961) einen ebenso großen Erfolg wie Chris Barber (* 1930) mit »Petite fleur« (Sidney Bechet, 1959). Als Vertreter des Klezmer hat Giora Feidman (* 1936) mit seinem folkloristisch geprägten Klarinettenspiel auf sich aufmerksam gemacht.

 

Oboe

[französisch hautbois »hohes Holz«] die, Holzblasinstrument mit doppeltem Rohrblatt als Mundstück, enger konischer Röhre aus Hartholz, kleiner Stürze und obertonreichem, etwas näselndem Klang. Sie hat 23 Löcher, von denen 6 mit den Fingern, die übrigen mit Klappen gedeckt werden; der Tonumfang reicht von b bis f3 (c4). Neben der eigentlichen (Sopran-)Oboe war die Altlage seit dem frühen 18.Jahrhundert durch die Liebesoboe (Oboe d'Amore) sowie die Tenorlage durch die Oboe da Caccia, aus der sich das Englischhorn (Tonumfang esb2) mit einem birnenförmigem Schallbecher entwickelte, vertreten. Das Bassinstrument der Oboenfamilie ist das Fagott. Eine Oboe in Baritonlage, das Heckelphon, hat sich nicht durchsetzen können. Die Grundgestalt der Oboe war schon den Ägyptern bekannt, den alten Griechen als Aulos. Aus der von Arabern vermittelten Form entwickelten sich in Deutschland die Schalmei und der Bomhart, in Frankreich im 17.Jahrhundert die eigentliche Oboe.

 

Posaune

[französisch, aus griechisch-lateinisch] die (italienisch Trombone), Blechblasinstrument mit Kesselmundstück und weichem, füllendem Klang; die zylindrische, eng mensurierte Schallröhre verläuft in zwei U-Bogen, wovon einer ausziehbar ist (Zugposaune). Der Außenzug ermöglicht eine kontinuierliche Verlängerung beziehungsweise Verkürzung der Rohrlänge (Luftsäule) der Posaune und damit eine gleitende Veränderung der Tonhöhe (glissando, Portamento). Die Posaune entstand wahrscheinlich im 15.Jahrhundert aus der Zugtrompete. Im 16.Jahrhundert vereinigte man mehrere Posaunen zu Chören, besonders in der Oper (C.Monteverdi) und in der Kirchenmusik (G.Gabrieli); heute werden v.a. Tenorposaune und Tenorbassposaune verwendet.

 

Querflöte

(Traversflöte, italienisch Flauto traverso, französisch Flûte traversière), im weiteren Sinn jede quer zur Körperachse gehaltene Flöte, im Unterschied zur Lang- oder Längsflöte. Im engeren Sinn ist die Querflöte die im 17.Jahrhundert aus der Querpfeife entwickelte Flöte des Orchesters mit dreiteiliger zylindrischer Röhre und Klappen. Am gebräuchlichsten ist die Querflöte in C (Tonumfang c1 bis d4; als Große Flöte bezeichnet). Die kleinste Querflöte ist die Pikkoloflöte in C, seltener Des (Umfang in C: d2 bis c5). Ferner gibt es die Altflöte in G und die Bassflöte in C.

 

Saxophon

Holzblasinstrument, obwohl aus Messing gefertigt; Mundstück mit einfachem Rohrblatt (wie Klarinette), weit mensuriertes konisches Rohr, Überblasen in die Oktave und Grifftechnik wie Oboe; in Familie gebaut:

 Sopranino (in Es): des1-ges3, transponierend (notiert b-es3),
 Sopran (in B): as-des3, transponierend (notiert b-es3),
 Alt (in Es): des-a2, transponierend (notiert b-fis3),
 Tenor (in B): As-es2, transponierend (notiert b-f3),
 Bariton (in Es): C-as1, transponierend (notiert a-f3),
 Bass (in B): As1-des1, transponierend (notiert b-es3).

Kontrabass- (in Es) und Subkontrabass-Saxophon (in B) sind ebenso wie das Sopranino kaum gebräuchlich. Notierung aller Saxophone im Violinschlüssel.

Das Saxophon ist eine Erfindung des belgischen Instrumentenbauers Adolphe Sax (1814-1894), die er Anfang der Vierzigerjahre des 19. Jahrhunderts in Paris vervollkommnete und 1846 patentieren ließ. Mit seiner Konstruktion wollte er für die Militärblasorchester ein klangliches Bindeglied zwischen Holz- und Blechbläsern schaffen. Deshalb baute er das Instrument auch gleich in verschiedenen Größen, vom Sopran bis zum Bass. Die Blasmusiker griffen diese Neuentwicklung rasch auf, und nur in wenigen Ländern, z.B. auch in Deutschland, negierte man zunächst das nach seinem Erfinder benannte Instrument. Heute kann es, obgleich mancherorts immer noch über Fragen der Klangqualität und -mischung gestritten wird, zur Grundbesetzung des Blasorchesters gezählt werden.

Obwohl das Saxophon aufgrund seines stark wandlungsfähigen, individuell gestaltbaren Tones und seiner grifftechnischen Beweglichkeit allen Anforderungen der Jazzmusiker gerecht wurde, kam es relativ spät in den Jazz. In den USA war das Saxophon in den Militärblasorchestern seit Ende des 19. Jahrhunderts und später auch in den kommerziellen Tanzkapellen anzutreffen. Die New-Orleans-Musiker verwendeten es mehr oder weniger vom Arrangement und vom Klang her als Klarinettenersatz. Und erst Ende der Zwanzigerjahre erhielt es endgültig in Chicago seine musikalische Eigenständigkeit. Mit der Herausbildung der Bigband formierte sich auch der Saxophonsatz von der Vierstimmigkeit (1931 durch Don Redman) zur Fünfstimmigkeit (1933 durch Benny Carter) in der Standardbesetzung von zwei Alt- und zwei Tenorsaxophonen und einem Baritonsaxophon. Diese Variante hat sich trotz vieler Experimente, vgl. z.B. Four-Brothers- und Glenn-Miller-Satz bis in die Gegenwart erhalten.

Als Vaterfigur des Sopransaxophons gilt Sidney Bechet (1897-1959). Er widmete sich, von der Klarinette kommend, ausschließlich diesem Instrument, das er mit voluminösem Ton und starkem Vibrato blies, wobei er gleichzeitig die andersartigen Klangqualitäten des Sopransaxophons gegenüber der Klarinette verdeutlichte. Bechet beeinflusste damit nachfolgende Generationen von Musikern. Nur selten fügte sich das Sopran auch als Leadstimme in den traditionellen Saxophonsatz ein, z.B. bei Charlie Barnet (1913-1991). Heute findet man es in den Bigbands öfters, z.B. bei Thad Jones/Mel Lewis. Wegbereiter im modernen Jazz wurde Steve Lacy (* 1934), doch den eigentlichen Durchbruch erzielte John Coltrane (1926-1967) mit dem vielbeachteten Solo in »My Favourite Things« (1961). Wayne Shorter (* 1933) hatte mit seinem Sopransaxophon erheblichen Anteil am Sound des Miles Davis Quintets in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre und danach von Weather Report. Weiterhin sind zu nennen Charlie Mariano (* 1923), Klaus Doldinger (* 1936), Barbara Thompson (* 1944) sowie aus der jüngeren Generation die Amerikaner Branford Marsalis (* 1960), Greg Osby (* 1963) und die auch elektronische Effekte einbeziehende Jane Ira Bloom (* 1955).

Die erste Blütezeit des Altsaxophons liegt in der Swing-Zeit. Vor allem der durch seine Tongebung und Ausdrucksstärke bekannte Johnny Hodges (1906-1970) und der auch als Arrangeur hervorgetretene, für den Saxophonsatz wegweisende Benny Carter (* 1907) gelten als hervorragende Swing-Altisten, ebenso Pete Brown (1906-1963) und Willie Smith (1908-1967). Markanteste Persönlichkeit dieses Instruments, darüber hinaus auch stilbildend für den Bebop, war Charlie Parker (1920-1955). In ihm vereinigen sich experimentelle Kreativität und brillante Technik; an seinem Spiel orientierten sich nicht nur Saxophonisten. Den vibratoarmen Cool Sound (Cool) repräsentieren Lee Konitz (* 1927) in Weiterführung der Lennie-Tristano-Schule und Paul Desmond (1924-1977) vom Dave Brubeck Quartet. Als Westcoast-Musiker verdient Bud Shank (* 1926) Erwähnung, der schon Anfang der Sechzigerjahre zusammen mit indischen Musikern (Ravi Shankar) spielte. Ornette Coleman (* 1930) und Eric Dolphy (1928-1964) nutzten das Altsaxophon zur freien kammermusikalischen Spielweise. Cannonball Adderley (1928-1975), Phil Woods (* 1931), die jüngere Generation mit Anthony Braxton (* 1945) und Arthur Blythe (* 1940)  das sind nur einige Namen aus der großen Zahl der Jazz-Altsaxophonisten.

Dominierendes Instrument, besonders im modernen Jazz bis in die Sechzigerjahre hinein, ist zweifellos das Tenorsaxophon. Seine Geschichte beginnt mit Coleman Hawkins (1904-1969), der ein gutes Jahrzehnt mit seinem expressiven vollen, sonoren Ton und seiner Improvisationsgabe als der Exponent dieses Instruments gilt. Einen Gegenpol bildet Lester Young (1909-1959), der mit der vibratoarmen Tongebung schon in den Dreißigern etwas von der Cool-Spielweise vorwegnahm. Er stand in den vierziger/Fünfzigerjahren im Vordergrund. Sowohl die Hawkins- als auch die Young-»Schule« lassen sich im Musizieren vieler namhafter Tenoristen nachweisen. Wichtige Musiker des modernen Jazz sind u.a. der auch längere Zeit in Europa wirkende Dexter Gordon (1923-1990), eine bestimmende Erscheinung im Bebop (Hardbop, Neobop), Sonny Rollins (* 1930), dessen Individualität sich in der Tongebung ebenso zeigt wie in der eigenwilligen Behandlung von Melodik und Rhythmik beim Improvisieren, Stan Getz (1927-1991), ein typischer Cool-Musiker, der Anfang der Sechzigerjahre im Zusammenwirken mit dem Gitarristen Charlie Byrd die Bossa nova propagierte. Erwähnt sei noch Roland Kirk (1936-1977), der sowohl als exzellenter Techniker als auch besonders durch das gleichzeitige Spielen von zwei, auch drei Saxophonen auffiel. Zu den stilbildenden Tenorsaxophonisten gehört ferner der bereits erwähnte John Coltrane. Mit seiner modalen Improvisationsmethode (Modal Jazz), dem Einbeziehen exotischer Skalen und den Sheets of Sounds inspirierte er die jüngere Generation. Neue Klangmöglichkeiten, insbesondere das Einbeziehen extrem hoher Lagen durch die Überblastechnik, erschlossen die Free-Jazz-Saxophonisten, so z.B. Archie Shepp (* 1937), Albert Ayler (1936-1970) und Pharoah Sanders (* 1940). Ergänzend seien noch die beiden Deutschen Peter Brötzmann (* 1941) und Ernst Ludwig Petrowsky (* 1933) genannt. Unter den zahlreichen namhaften Jazzrock-Musikern ragt Wayne Shorter (* 1933) heraus.

Das Baritonsaxophon war im Jazz lange Zeit Domäne von Harry Carney (1910-1974), Satzbläser im Ellington-Orchester und Solist mit vollem, oft rauem Ton. Erst im modernen Jazz fand er in Serge Chaloff (1923-1957) und Gerry Mulligan (1927-1996), dann auch in Pepper Adams (1930-1986) gleichermaßen technisch perfekte wie stilistisch überzeugende Nachfolger. Die jüngere Generation vertreten vor allem Hamiet Bluiett (* 1940) und Henry Threadgill (* 1944).

Die tiefste Stimme im Saxophonsatz übernimmt in der Regel das Baritonsaxophon. Das doch recht unbewegliche Basssaxophon erscheint nur in Ausnahmefällen, z.B. blies es Boyd Raeburn (1913-1966) ab 1946 in seinem Orchester. Anthony Braxton (* 1945), der das Bariton im Free Jazz heranzog, setzte sogar das Kontrabasssaxophon ein. Gelegentlich trifft man bei Dixielandgruppen ein Basssaxophon als Bassstimme an (im Chicago-Stil wurde auf diese Art öfters die Tuba ersetzt).

Über die Swing-Bigbands und Combos kam das Saxophon auch in der kommerziellen Tanzmusik verstärkt zum Einsatz. Einerseits wurde der komplette Fünfer-Saxophonsatz übernommen, andererseits trat es als stimmungsvolles Soloinstrument (Sweet) hervor. In den Fünfzigerjahren übernahmen viele Tanzorchester die harte, aggressive solistische Saxophon-Spielweise des Rock 'n' Roll. Der Twist brachte für das Bariton oft titellange Begleitformeln. Mit dem Aufkommen der Beatmusik verlor der Saxophonsatz an Bedeutung. Zahlreiche Partyorchester besetzten nur noch zwei bis drei Saxophone. Die Klangnuancen der verschiedenen Saxophontypen bieten sich jedoch nach wie vor für solistische Zwecke an, bekannt wurde z.B. der tschechische Sopransaxophonist Felix Slovácek (* 1943).

War das (Tenor-)Saxophon als Erbe des Rhythm and Blues im Rock 'n' Roll noch als Soloinstrument in den Instrumentalteilen unentbehrlich, so musste es in der Rockmusik seit den Sechzigerjahren der Gitarre weichen. Vielfach werden Studiomusiker zu einer LP-Produktion oft nur für einen Titel herangezogen. Bekannt wurde z.B. Raphael Ravenscrofts (* 1955) Solo in »Baker Street« (Gerald Rafferty, 1978). Doch gab und gibt es einige namhafte Gruppen, die das Saxophon ständig in ihren Sound integrieren, z.B. Roxy Music, Supertramp, natürlich Weather Report u.a. Jazzrock-Bands.

 

Schlagzeug

Abkürzung d, dr [englisch Drums], Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Schlaginstrumenten. Während im sinfonischen Orchester der Paukist (Pauke) vom Schlagzeuger, der für das gesamte Schlaginstrumentarium verantwortlich zeichnet, unterschieden wird, hat sich ausgehend vom Jazz in der populären Musik weitgehend die Aufteilung in Schlagzeuger (Grundinstrumentarium: Große Trommel, Kleine Trommel, Tom-Toms-, Becken, Hi-Hat) und Perkussionist(en), z.B. für das lateinamerikanische Rhythmusinstrumentarium, durchgesetzt. Von der Janitscharenmusik, den Musikgruppen des türkischen Heeres, übernahmen nach 1720 die europäischen Militärblasorchester Große und Kleine Trommel, Becken, Triangel, Schellenbaum, Tamburin u.a. Die Verteilung dieser Instrumente auf Einzelspieler findet sich z.B. heute noch in den tschechischen Blasorchestern. Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich die »Türkische Musik« (historisches Synonym für Janitscharenmusik) auch im Sinfonieorchester und davon abgeleitet im Unterhaltungs- und Salonorchester (einschließlich Pauken) durchgesetzt und wurde für das 19. Jahrhundert bestimmend.

Von den Blasorchestern ist das auf verschiedene Spieler verteilte Schlaginstrumentarium in die Street- und Brassbands des archaischen Jazz übernommen worden, z. T. sogar mit mehreren Trommlern, aber schon mit auf der Großen Trommel aufmontiertem Becken. Eine entscheidende Neuerung  ausgelöst durch die zunehmende Verlagerung der Musik der Marching Bands aus dem Freien in geschlossene Räume (Tanzsaal)  war das Zusammenfassen der Perkussionsinstrumente für eine Person. Dieser Prozess vollzog sich in den USA zwischen 1890 und 1910, wobei noch nicht belegt ist, wer (wo und wann) als Erster die sitzende Spielweise einführte. Voraussetzung bildete die Konstruktion der Fußmaschine für die Große Trommel (vermutlich um 1890) und später (nach 1920) die Konstruktion der Charleston-Maschine bzw. der Hi-Hat. Der Schlagzeuger bediente nunmehr Kleine Trommel und Becken mit den Händen (Trommelstöcken), Große Trommel und Hi-Hat mit den Füßen. Verständlich, dass es geraume Zeit dauerte, bis der Drummer (englische Bezeichnung für Schlagzeuger) sein zusammengeführtes Instrumentarium beherrschte. Und zunächst war ein Verlust an rhythmischer Intensität und Vielgestaltigkeit (bezogen auf die in den Streetbands anzutreffende Polyrhythmik) zu verzeichnen.

In der Funktion des Schlagzeugs existiert ein wesentlicher Unterschied zwischen traditioneller artifizieller und populärer Musik. Während das Schlaginstrumentarium im sinfonischen Bereich vordergründig dazu dient, dynamische Steigerungen und Fortissimo-Stellen zu unterstützen oder spezielle Effekte einzubringen, obliegt dem Drummer im Jazz und allen davon beeinflussten Musizierformen die Aufgabe, den Grundrhythmus (Beat) zu markieren, das Tempo zu halten (Timekeeper) bzw. die anderen Musiker durch sein rhythmisch-klanglich intensives Musizieren zu inspirieren. Damit bleibt zunächst wenig Raum für eigene Soli, und tatsächlich hält sich das Schlagzeug im frühen Jazz sehr im Hintergrund und beschränkt sich auf das Betonen der Zählzeiten. Im New-Orleans-Jazz sind Baby Dodds (1898-1959), der auch als Erster kurze Breaks trommelte, sowie Paul Barbarin (1899-1969) und Zutty Singleton (1898-1975) zu nennen. Weiße Trommler, z.B. Ben Pollack (1903-1971), lassen ein stärkeres Hervortreten der zweiten und vierten Zählzeit spüren. Mit dem Aufkommen des Swing hat sich auch das Instrumentarium vergrößert: neben Großer und Kleiner Trommel sowie Hi-Hat gehören nun auch mehrere Tom-Toms und Becken (auch Nietenbecken) zur Standardausrüstung. In der Spielweise beginnen sich Bigband- und Combo-Drummer (Bigband, Combo) deutlich zu unterscheiden. Chick Webb (1902-1939) und der virtuose Gene Krupa (1909-1973) führten aufbauend auf solistischen Breaks das Schlagzeug-Solo ein, Letzterer trommelte z.B. ein größeres Solo 1937 in der Goodman-Aufnahme von »Sing, Sing, Sing« (Louis Prima). Dave Tough (1908-1948), vor allem aber Jo Jones (1911-1985), Mitglied der »All American Rhythm Section« im Count-Basie-Orchester, bezogen das Becken, das vorher hauptsächlich für Effekte gedient hatte, in den durchlaufenden Grundrhythmus mit ein.

Charakteristische Swing-Figur:

Als einer der Ersten spielte Jones auch den gleichmäßigen Fourbeat auf der Großen Trommel. Stilbildend für den Bebop und die moderne Schlagweise überhaupt wurde Kenny Clarke (1914-1985): oben abgedruckter Rhythmus als Ostinato auf dem Becken (wirkt als klanglicher Background und Begleitrhythmus, Timekeeper ist Bass ), 2-4-Betonung auf Hi-Hat, Offbeat-Einwürfe auf Kleiner Trommel, Akzente (kein Grundbeat) auf Großer Trommel (Bombs, Explosion). Diesen Prozess perfektionierte Max Roach (* 1924). Weiterhin sind u.a. zu nennen der mit dem Dave Brubeck Quartet bekannt gewordene Joe Morello (* 1928), Louis Bellson (* 1924; spielte als Erster mit zwei großen Trommeln) und Art Blakey (1919-1990). Blakey studierte in Afrika Spieltechniken und Rhythmen, die er in sein Schlagzeugspiel einfließen ließ (vgl. seine LP »The African Beat«, 1962); auch gründete er, wie viele nach ihm, ein Perkussionsensemble (z.B. vier Drummer, fünf Perkussionisten; LP »Orgy In Rhythm«, 1967). Das Schlagzeug erfuhr im modernen Jazz wie letztlich alle Instrumente der Rhythmusgruppe eine beträchtliche Emanzipation, übernahm auch melodische Aufgaben, dialogisierte mit den Chorussolisten usw. Während Blakey und Roach die Fill-in-Schule (Fill-in) repräsentierten, vertrat Danzil Best (1911-1965) die Fill-out-Richtung (Fill-out), das Erzeugen einer kontinuierlichen Klangfläche mit der Besen-Technik, typisch für den Cool Jazz und später für zahlreiche Barbesetzungen. Die vom Beat gelöste, sich dem jeweiligen Solisten anpassende Spielweise von Elvin Jones (* 1927) beeinflusste viele Schlagzeuger der Sechzigerjahre. Er verwendete den rechten Fuß auf der Großen Trommel bei solistischen Passagen quasi als »dritte Hand«. Sonny Murray (* 1937) demonstrierte wohl am überzeugendsten die Eingliederung des Schlagzeugs in das Free-Jazz-Ensemble: er negierte den Beat und schuf mit seinem kontrastreichen Spiel Spannungsbögen von großer Intensität. Die jüngere Generation repräsentieren unter vielen anderen der Schlagzeuger der Gruppe Stuff, Steve Gadd (* 1945), insbesondere aber Jack DeJohnette (* 1942). Als der technisch vollkommenste Drummer der Welt wird oft der dem Swing und Mainstream Jazz verbundene Buddy Rich (1917-1987) bezeichnet.

Die Schlagzeuger der Rockmusik brachten zunächst, abgesehen von der veränderten Stilistik, wenig Neues ein, zumal sie in der Mehrzahl nur mittelmäßige Leistungen boten (Amateure!), vergleiche z.B. Ringo Starr (* 1940) von den Beatles. Rockmusik fordert auch vom Schlagzeuger primär einfache und kompromisslose Rhythmusarbeit, kräftiges, engagiertes »Durchziehen«, eingebettet in den Gesamtsound der Gruppe. Minutenlange Rock-Schlagzeug-Soli sind oft dramaturgischer Programmhöhepunkt mit entsprechender Show. Hervorzuheben sind Ginger Baker (* 1939; Cream), Phil Collins (* 1951; Genesis), Bill Bruford (* 1948; Yes) und Carl Palmer (* 1950; Emerson, Lake ' Palmer). Anfang der Siebzigerjahre ließ im Zusammenhang mit dem Jazzrock eine neue Schlagzeugergeneration aufhorchen, Billy Cobham (* 1944; besonders in den drei LPs mit dem Mahavishnu Orchestra), Tony Williams (* 1945) und Alphonze Mouzon (* 1948; u.a. Weather Report) seien hier stellvertretend genannt.

Seit einigen Jahren liegen auch Solo-LPs von einigen (zumeist europäischen) Drummern vor, zum Teil Livemitschnitte, die die gesamte Bandbreite klanglich-rhythmischer Nuancierung des gegenwärtigen Schlagzeugspiels erkennen lassen, z.B. von Pierre Favre (* 1937) und Günter Sommer (* 1943).

Die Notierung des Schlagzeugs im Notensystem ist nicht vereinheitlicht; hier ein Überblick: Große Trommel (a), Kleine Trommel (b), Tom-Toms (c), Hi-Hat geschlagen (d), nachschlagend (e), Becken (f); insgesamt (g).

 

Tenorhorn

Tenorinstrument der Familie der Bügelhörner, in unterschiedlicher Form (meist oval); drei Ventile, weitgehend konischer Rohrverlauf (Länge ca. 265 cm), Bechermundstück; transponierend in B (Violinschlüssel). Tonumfang: fis-c3, klingend E-b1. Das Tenorhorn ist Melodieinstrument im Blasorchester (1. Tenorhorn), zusätzlich besetzte Tenorhörner (2. und 3. Stimme) gehören zur Begleitung (Nachschlag). Es eignet sich gut für Soli.

 

Trompete

Abkürzung tp [italienisch Tromba, englisch Trumpet], Blechblasinstrument; schon seit der Antike in Europa in einfacher, unterschiedlicher Form bekannt, seit dem 15. Jahrhundert auch in Bügelform; Naturtoninstrument um 1820 mit drei Ventilen versehen, seither chromatische Skala ausführbar; Kesselmundstück, anfangs zylindrischer, dann konischer Rohrverlauf, mittelgroßes Schallstück. Zwei Modelle sind zu unterscheiden: Trompete mit Perinét-Ventilen, »Jazztrompete« (a), oder mit Zylinderventilen (b), erstere oft auch enger mensuriert.

 

Tuba

[lateinisch], Blechblasinstrument, Bass der Bügelhörner; 1835 Basstuba in F von J. G. Moritz und F. W. Wieprecht patentiert, 1845 Kontrabasstuba in B von V. F. Cerveny konstruiert (1883 Kaiserbass); Bechermundstück, konisches Rohr (Länge um 360 cm bei F-Tuba, um 540 cm bei B-Tuba), vier bis sechs Ventile, relativ schmales, nach oben gerichtetes Schallstück; Tonumfang: Des1-f1 bei F-Tuba, C1-c1 bei B-Tuba; Notierung nichttransponierend im Bassschlüssel (z. T. abweichend in Blasmusik, z.B. Schweiz transponiert im Violinschlüssel). Beide Stimmungen sind, durch ein Umschaltventil regulierbar, in der Doppeltuba vereint. Tuba ist im weiteren Sinne auch Sammelbezeichnung für andere Bassinstrumente, wie Helikon und Sousaphon, die nur im äußeren Bau und einigen Klangeigenschaften abweichen.

Die Tuba wurde als Bassinstrument für die Blasorchester konstruiert, wo sie auch heute noch, meist mehrfach besetzt, das harmonische Fundament bildet. Bis zum Ende der Zwanzigerjahre war sie auch (meist in Form des Sousaphons) der Bass in den Jazzbands, bis der Kontrabass diese Funktion übernahm. Als Satz- und Soloinstrument tauchte die Tuba im modernen Jazz wieder auf, z.B. durch Don Butterfield (* 1923), Howard Johnson (1941-1991) und Red Callender (1918-1992). Bei Blood, Sweat&Tears blies 1971 Dave Bargeron (* 1942) ein Tuba-Solo in »Go Down Gamblin'« (Fred Lipsius/David Clayton-Thomas). Heute gehört die Tuba zum Grundinstrumentarium der Dixieland-Formationen und vieler volkstümlicher Bläsergruppen, vereinzelt auch der Bigbands.